SE: Elmshorn – Falsche Staatsanwältin ergaunert Goldschmuck

In Elmshorn ist es am Mittwoch, den 15.06.2022, zu einem Telefonbetrug durch eine falsche Staatsanwältin gekommen, bei dem eine Seniorin Goldschmuck im Wert von mehreren tausend Euro an einen Abholer übergeben hat.

Nach den bisherigen Erkenntnissen meldete sich die angebliche Staatsanwältin gegen 17:00 Uhr telefonisch bei der Elmshornerin und erklärte, dass die Tochter der Angerufenen einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein Kind ums Leben gekommen sei.

Die Tochter würde aktuell in Haft sitzen und gegen die Zahlung einer Kaution freigelassen werden.

Man einigte sich darauf, die Kaution vor Ort abzuholen. Da die Seniorin nicht über das geforderte Bargeld verfügte, sollte sie den vorhandenen Goldschmuck an einen Abholer übergeben.

Gemäß Absprache erfolgte die Übergabe gegen 18:00 Uhr in der Straße „Kaltenweide“ zwischen dem Mühlendamm und dem Krückauweg.

Hier übernahm ein junger Mann im Schüleralter, vermutlich zwischen 16 und 18 Jahren, den Schmuck. Der Unbekannte war zwischen 1,70 Metern groß und von schlanker Statur. Er war sehr hellhäutig, wurde als „blass“ beschrieben und hatte kurze, mittelblonde Haare.

Vom Phänotypus wurde er als Westeuropäer beschrieben.

Die Kriminalpolizei Elmshorn sucht Zeugen der Übergabe und bittet unter 04121 8030 um sachdienliche Hinweise.

Vor dem aktuellen Hintergrund warnt die Polizei zum wiederholten Male vor betrügerischen Anrufen und weist ausdrücklich darauf hin, dass es im deutschen Rechtssystem keine Kautionszahlungen gibt! Weder Polizei noch Staatsanwalt nehmen Bargeld oder Schmuck an.

Derartige Anrufe sind ein bundesweites Phänomen, das oftmals durch überörtliche Täter begangen wird. Unbekannte Anrufer versuchen immer wieder mittels dieser Masche an Bargeld und Wertgegenstände zu kommen.

Der Fantasie der Betrüger sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Nicht selten werden sie am Telefon aufdringlich oder betteln regelrecht um Hilfe. Oftmals verfügen die Betrüger sogar über Detailwissen und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger dadurch enorm. Die Zielrichtung ist dabei immer dieselbe. Die „Opfer“ sollen Bargeld besorgen und es den Betrügern aushändigen.

Die Polizei ruft insbesondere ältere Menschen dazu auf, bei derartigen Anrufen hellhörig zu werden und umgehend die Polizei zu informieren. Darüber hinaus rät die Polizei jüngeren Familienangehörigen, ihre lebensälteren Verwandten und Bekannten für das Thema zu sensibilisieren.

Tipps für Ihre Sicherheit

– Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer
auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.
– Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und
finanziellen Verhältnisse.
– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte
Personen.
– Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den
Anruf.
– Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter 110 (ohne
Vorwahl) oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an. Nutzen Sie
nicht die Rückruftaste.
Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Bad Segeberg
– Pressestelle –
Dorfstr. 16-18
23795 Bad Segeberg

Lars Brockmann
Telefon: 04551-884-2022
Handy: 0151-11717416
E-Mail: pressestelle.badsegeberg@polizei.landsh.de