Betrug durch falsche Polizeibeamte – 22.10.2021, Bernburg – 289/2021 Polizeirevier Salzlandkreis

Am Donnerstag wurde eine 73-jähige Rentnerin aus Schönebeck Opfer von Betrügern, welche sich als Bedienstete der Polizei ausgaben.

Sachverhalt

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen wurde die Frau gegen 11:30 Uhr angerufen. Es meldet sich ein angeblicher Kriminalbeamter und erzählte von einem Sicherheitsproblem bei der Sparkasse. Unbekannte sollen dort die Sicherheit der Schließfächer geknackt haben. Angeblich wurden alle Schließfächer durchsucht. Die Beamten müssten nun den Inhalt der Schließfächer zur Spurensuche und anschließenden Spurensicherung untersuchen. Wie auch immer der Anrufer in den Besitz der Informationen gelangte, dass das Opfer ein solches Bankschließfach besitzt, die Frau wurde im Gespräch überzeugt, dass sie alle Sachen aus dem Schließfach abholt und einem Beamten, der sich später bei ihr meldet übergeben soll. Da der falsche Polizist die 73-Jährige zur Herausgabe überzeugen konnte, setzte er gleich nach und erklärte ihr auch noch, dass seit dem Vorfall vermehrt Falschgeld im Umlauf ist. Sie könnte ihr Geld abheben und es ebenfalls durch den Polizisten prüfen lassen.

Die Frau begab sich daraufhin zur Sparkasse, leerte ihr Schließfach und hob das Gesparte vom Konto ab. Nach einigen weiteren Telefonaten erfolgte gegen 17:00 Uhr die Übergabe vor der Haustür. Angeblich sollte alles gegen 19:00 Uhr zurückgebracht werden. Die Rentnerin übergab die Ersparnisse und den Familienschmuck an einen etwa 30 Jahre alten Mann mit stark südländischem Aussehen. Der Mann war dunkel gekleidet und sprach kein Wort. Nach der Übergabe verschwand er und die Frau begab sich zurück in die Wohnung.

Nach einer Weile kamen ihr Bedenken und sie rief die örtliche Dienststelle an. Durch die Beamten wurde sie dann auf den Betrug aufmerksam gemacht. Während der Sachverhaltsaufnahme meldete sich der vermeintliche Beamte wieder telefonisch um die Rückgabebedingungen zu klären.

Ein weiteres verdecktes Vorgehen der Polizei verlief ohne Erfolg. Ob der falsche Beamten noch weitere Betrugshandlungen an diesem Opfer begehen wollte bleibt unklar. Eine Rückgabe des Schmucks oder Bargelds gab es natürlich nicht. Dem Opfer entstand ein Schaden im mittleren vierstelligen Bereich.

Präventionshinweise der Polizei

Speziell für diesen Fall, lohnt es sich nach dem ersten Telefonat durch einen solchen „Polizeibeamten“ auf der örtlich zuständigen Dienststelle anzurufen und sich mit dem Beamten verbinden zu lassen. Achtung! Wählen sie kein in ihrem Telefon angezeigte Nummer (Rückruf), sondern geben die Telefonnummer ihrer Polizeidienststelle über die Tatstatur des Telefons ein. Gern beantworten wir ihnen dann alle Fragen. Im Zweifelsfall kann man auch bei der entsprechenden Bank anrufen und sich zu dem Anruf erkundigen.

Die Polizei weist in Anbetracht sich immer weiter häufender Betrugsfälle eindringlich darauf hin, dass vorwiegend lebensältere Menschen von diesen Betrügern um ihre Ersparnisse gebracht werden. Dabei sind die Betrüger meist sehr redegewandt, versuchen im Telefonat bereits alle Zweifel auszuräumen und bringen die späteren Opfer dazu, an die Geschichte zu glauben. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe den Opfern in solchen Betrugsfällen zu helfen. Die Polizei leistet im Rahmen ihrer Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit diesbezüglich gerade bei Senioren Aufklärung. Gefordert ist allerdings auch die Familie, welche sich mit der Aufklärung der Eltern und Großeltern befassen sollte. Oder aber die Bankangestellten und Verkäufer von Gutscheinen, die aufmerksam reagieren können und sollen, wenn z.B. größeren Bargeldsummen abgehoben (Enkeltrick oder Schockanrufe) oder Gutscheinkarten (Gewinnversprechen) von älteren Menschen gekauft werden. Wenn diese Aufklärung funktioniert kann ein großer Teil dieser Betrügerei verhindert werden. Das Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich dürfte dennoch relativ hoch sein, da sich die meisten Opfer über ihr Vertrauen und den Gutglauben, welche den Betrug schließlich erst ermöglicht haben, schämen und niemandem davon erzählen. Beziehen sie daher stets eine Vertrauensperson ein, bevor sie ihr Geld einem Betrüger übergeben. In vielen Fällen kann ein Anruf bei ihren Kindern oder der örtlichen Polizeidienststelle den Betrug verhindern.

(koma)

 

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