GE: Der bundesweit erste Talentscout der Polizei nimmt die Arbeit auf

Gelsenkirchen (ots) – Bei einem Pressegespräch im Polizeipräsidium Gelsenkirchen wurde heute Polizeihauptkommissarin Yvonne Shirazi Adl als bundesweit erster Talentscout bei der Polizei vorgestellt. Mit dabei waren unter anderem Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen und Anne Heselhaus-Schröer, Polizeipräsidentin in Gelsenkirchen.

Bildung ist in unserer Gesellschaft der wichtigste Qualifikationsfaktor für die spätere Berufswahl. Schon jetzt gibt es bundesweit mehr Ausbildungsplätze, Lehrstellen und offene Stellen, als Bewerber vorhanden sind. Große Konzerne, mittelständische Unternehmen und auch Behörden konkurrieren schon jetzt um die besten Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie Studentinnen und Studenten.

Deshalb betreibt die Polizei NRW zur Nachwuchsgewinnung landesweit aktiv Personalwerbung in verschiedenen Bereichen und bietet darüber hinaus eine Betreuung der Bewerberinnen und Bewerber an. Dabei setzt die Polizei NRW auf ein breites Portfolio an Maßnahmen. Einen Schwerpunkt bildet die Kommunikation in den sozialen Medien, aber auch der persönliche Kontakt. Die Konzepte dazu werden Jahr für Jahr weiterentwickelt, um junge Menschen für den Polizeiberuf zu begeistern. Zuletzt wurde die Möglichkeit einer ganzjährigen Bewerbung geschaffen, um Interessierten die Berufsplanung zu erleichtern. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Flexibilisierung das Bewerbungsverfahren der Polizei NRW, das online – auch via Smartphone oder Tablet – möglich ist. „Für noch mehr Sicherheit in NRW erhöhen wir erneut die Einstellungs-zahlen – um 200, also auf insgesamt 2.500 Kommissaranwärterinnen und -anwärter. Natürlich wollen wir die besten jungen Menschen als Polizistinnen und Polizisten gewinnen und für den Beruf begeistern. Das Projekt Talentscouts ist dabei ein neuer und spannender Ansatz und könnte eine gute Ergänzung moderner und nachhaltiger Nachwuchsgewinnung sein“, erklärte Innenminister Herbert Reul. Talentscouting: Eine neue Idee zur Nachwuchsgewinnung und – förderung Potenzielle Polizistinnen und Polizisten werden vor allem dort gesucht, begleitet und bei der Bewerbung unterstützt, wo sie leben und sich aufhalten. Deshalb gibt es in jeder NRW-Polizeibehörde Personalwerberinnen und -werber, die das Interesse für den Polizeiberuf wecken oder verstärken sollen. Sie stehen potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern stets mit Rat und Tat zur Seite, ganz persönlich oder auch online. Das Polizeipräsidium Gelsenkirchen testet nun einen weiteren neuen und innovativen Schritt: Talentscouting. Polizeihauptkommissarin Yvonne Shirazi Adl erhielt dazu eine modulare Qualifizierung über ein Jahr und ist nun erster polizeilicher Talentscout bundesweit. Das Talentscouting ist eine Maßnahme der Nachwuchsgewinnung und – förderung und wird als Pilotprojekt zeigen, ob es für die Polizei NRW zukunkftsfähig sein könnte. Talentscouting unterstützt die Personalwerbung in der Schule “ Das Talentscouting hat zum Ziel passgenau (charakterlich) bestgeeignete Talente für den Polizeiberuf zu entdecken, zu fördern, diese frühzeitig an die Polizei als neuen Arbeitgeber zu binden und über das Studium hinaus in den Beruf zu begleiten. Das Talentscouting ist ein wichtiger neuer Beitrag zur Nachwuchsgewinnung der Polizei NRW!“, erklärte die Gelsenkirchener Polizeipräsidentin Frau Anne Heselhaus-Schröer. Im Ergebnis versteht sich das polizeiliche Talentscouting als eine auf Langfristigkeit ausgelegte „soziale Patenschaft“. In diesem komplementären Ansatz werden schon frühzeitg -nämlich bereits ab der 10. Klasse der weiterführenden Schule- emotionale und motivierende Aspekte sowie der Lebenskontext potentieller Bewerberinnen und Bewerber mit einbezogen. Gleichzeitig trägt das Talentscouting dazu bei, unabhängig von z.B. sozialer Herkunft, Bildungsteilhabe und -erfolg junger Menschen zu erhöhen. Weitere Informationen zum Talentscouting bei der Polizei Gelsenkirchen gibt Ihnen Frau Yvonne Shirazi Adl unter der Telefonnummer 0209 / 365 – 2014.

Wie funktioniert Talentscouting genau?

In Kooperation mit den Talentscouts der Westfälischen Hochschule und den Lehrkräften der Partnerschulen werden mit Beginn der 10. Klasse, motivierte, begeisterte und charakterlich geeignete junge Menschen für den Polizeiberuf gesucht und an den polizeilichen Talentscout vermittelt. Der Schwerpunkt des polizeilichen Talentscouts liegt zunächst im „Schulscouting“, wird aber auch im Bedarfsfall im Studium und darüber hinaus erfolgen. Der Scout ist ein „sozialer Pate“ und zwar nicht nur für Talente, die vorher bereits im „Schulscouting“ waren, sondern jeden, der Unterstützung und/oder Beratung braucht. Der Talentscout stellt damit eine Erweiterung der in allen Kreispolizeibehörden eingesetzten Personalwerberinnen und -werber dar.

Hintergrund: Wozu Talentscouting?

Bildungsteilhabe und Bildungsgerechtigkeit sind oftmals nicht für alle jungen Menschen gleich. Schwierige Lebensumstände sowie der familiäre Kontext können einen positiv verlaufenden Bildungsweg behindern. Eine Erhebung des Deutschen Studentenwerkes zeigt, dass 79 % aller Akademikerkinder studieren – bei Familien ohne akademische Traditionen hingegen nur 27 von 100 Kindern. Viele motivierte und leistungsstarke junge Menschen finden somit nicht die richtige Beachtung. Aus diesen Gründen entwickelte die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen 2011 das Talentscouting und entsandte erstmals bundesweit einen Talentscout einer Hochschule an Schulen im nördlichen Ruhrgebiet, um dort in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern motivierte Jugendliche zu finden, zu begleiten und zu unterstützen, die bis dato nicht die Möglichkeiten hatten, ihre Potenziale voll auszuschöpfen. Es geht also um ein langfristiges Coaching, im optimalen Fall eine Begleitung bis zu einem Studium und im Bedarfsfall darüber hinaus. Was 2011 mit nur einem Talentscout von einer Hochschule begann, ist mittlerweile auf eine Größe von insgesamt 17 Fachhochschulen und Universitäten mit 70 Talentscouts angewachsen. 2015 wurde das NRW-Zentrum für Talentförderung in Gelsenkirchen-Ückendorf gegründet, das den Prozess des Talentscoutings begleitet und gemeinsam mit den Kooperationspartnern in ganz NRW vorantreibt. Das Zentrum dient als Servicestelle für alle beteiligten Hochschulen und ist gleichzeitig Anlaufstelle für die kooperierenden Schulen. Talentscouts sind an ca. 350 Schulen in NRW unterwegs und erreichen etwa 12.500 Schülerinnen und Schüler. Bis 2020 werden für den Ausbau des Talentscoutings jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro vom Land NRW zur Verfügung gestellt.

Rückfragen bitte an:

Polizei Gelsenkirchen
Thomas Nowaczyk
Telefon: 0209 36520-13
E-Mail: thomas01.nowaczyk@polizei.nrw.de