NB: Wo bin ich?

Heute Morgen in der Leitstelle der Polizei: Eine junge Frauenstimme erklärte dem Polizisten am Telefon, dass sie sich mit ihrem Auto mitten in einem Feld befinde. Vor sich sehe sie einen See. Und sie wisse nicht, wie sie da hingekommen und wo sie überhaupt sei. Eben sei sie noch auf einer Straße zwischen Neu Gaarz und Sommerstorf unterwegs gewesen.

Was zunächst kurios und auch ein bisschen mysteriös klingt, hat sich als ganz schöner Glücksfall für eine 20-jährige deutsche VW-Fahrerin auf der Landstraße entpuppt. Als die Streifenbeamten die Frau mit ihrem Auto gefunden hatten, stellte sich heraus, dass sie scheinbar durch Sekundenschlaf von der Fahrbahn abgekommen, über den Getreideacker gerollt und kurz vor einem See zum Stehen gekommen war. Dabei hatte sie zwar einen Leitpfosten und ein 80er-Schild beschädigt und einen Baum berührt, jedoch selbst keine Verletzungen erlitten. Der Schaden beträgt insgesamt etwa 3.000 Euro. Die junge Frau erwartet nun eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Sachbeschädigung.

Sekundenschlaf kann böse Folgen haben. Nicht nur für den übermüdeten Fahrer, der kurz beim Fahren einnickt, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer, denn nicht immer endet „Augen zu am Steuer“ so glimpflich. Zudem ist die Gefährdung des Straßenverkehrs durch Übermüdung keine Bagatelle, sondern eine Straftat, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bestraft wird. In 2021 hat die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg 42 Unfälle aufgenommen, die auf körperliche Beeinträchtigungen wie Sekundenschlaf/Übermüdung zurückzuführen waren. Davon 19 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, 13 in Vorpommern-Rügen und zehn in Vorpommern-Greifswald.

Die Polizei appelliert daher: Wer bei der Fahrt müde wird und zum Beispiel Schwierigkeiten hat, die Augen offen zu halten, oder wer sich sonst körperlich nicht wohl fühlt, muss unbedingt eine Pause einlegen. Das Fenster einen Spalt zu öffnen für frische Luft oder die Musik laut zu stellen hilft nicht. Im Idealfall sollten übermüdete Fahrer gar nicht mehr weiterfahren, bevor sie nicht ausgeschlafen sind. Je nach Müdigkeitsgrad kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft und Wasser trinken gegen kleinere Müdigkeitserscheinungen helfen.

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