NB: Falscher Bankmitarbeiter in Stralsund und WhatsApp Betrug auf Usedom

Im Polizeirevier Heringsdorf wurde gestern ein geglückter WhatsApp Betrug angezeigt. Daneben gab es auch in dieser Woche in unserem gesamten Zuständigkeitsgebiet wieder zahlreiche Versuche mit dieser Masche.

Die Anzeigende, eine 53-jährige Frau, erhielt am 27.04.22 die erste WhatsApp von einer ihr unbekannten Nummer. Die Deutsche ging davon aus, dass es sich um ihren Sohn handelte und chattete den Abend über Smalltalk-Themen mit ihrem vermeintlichen Kind. Am nächsten Tag behauptete der Betrüger, dass er dringend die Hilfe „seiner Mutter“ benötigen würde. Er habe offene Rechnungen seit Januar nicht beglichen, jetzt sei die dritte Mahnung gekommen und morgen würde der Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen, sofern die Rechnung nicht gleich beglichen wird. Ihm sei das Onlinebanking jedoch aufgrund seines neuen Handys nicht möglich. Die Anzeigenerstatterin veranlasste daraufhin die Überweisung in Höhe von über 1.500 EUR auf ein deutsches Konto. Erst im Nachhinein wurde sie stutzig und sie erreichte ihren echten Sohn über seine alte Nummer.

In der Nähe von Stralsund verlor ein 65-Jähriger gestern 2.200 EUR durch einen falschen Bankmitarbeiter. Der Mann erhielt einen Anruf von seiner Hausbank. Die ihm angezeigte Telefonnummer wurde durch Call-ID-Spoofing manipuliert und zeigte tatsächlich die echte Nummer der Servicehotline seiner Bank an.

Am Telefon war ein Mann, der behauptete von der Sicherheitsabteilung der Bank zu sein und es Versuche von verschiedenen IP-Adressen aus gab, Sofortüberweisungen von seinem Konto aus vorzunehmen. Der Geschädigte war skeptisch, doch der Mitarbeiter der Bank kannte seine Adresse, seine Kontonummer und konnte ihm die letzten Abbuchungen benennen. Der Anrufer betonte die Dringlichkeit des Handelns und schaffte es immer wieder, den deutschen Anzeigenerstatter von seiner Glaubwürdigkeit zu überzeugen. Der Anrufer hatte bereits Zugriff auf das Konto des Geschädigten und brachte ihn dazu, in vier Fällen per Sicherheitsverfahren Überweisungen/ Umbuchungen zu bestätigen. Wie der Betrüger Zugriff auf das Konto erlangen konnte, muss ermittelt werden.

Nach dem Telefonat mit dem Betrüger rief der 65-Jährige noch einmal die Servicehotline an. Dort erkannte man den Betrug. Zwei Überweisungen konnten noch angehalten werden. Durch zwei Sofortüberweisungen verlor der Mann 2.200 EUR.

Rückfragen bitte an:

Nicole Buchfink
Polizeipräsidium Neubrandenburg
Pressestelle
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