NB: Notruf aus einem Wald nahe der polnischen Grenze zieht Einsatz nach sich

Am gestrigen Abend gegen 21:45 Uhr erreichte die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg ein Notruf. Der deutschen Sprache nicht mächtig erklärte ein junge Frau in Englisch, dass sie sich mit ihrer Freundin in einem Zelt in einem Wald in der Nähe der polnischen Grenze befindet und jemand versucht habe, das Zelt zu öffnen.

Über das Notrufsystem der Einsatzleitstelle ist erkennbar, mit welchem Funkmast sich der Anrufer zuletzt verbunden hat, um im Notfall schnell Hilfe zuführen zu können. Zu diesem ungefähren Standort in der Nähe von Ahlbeck wurden die Beamten des Polizeireviers Heringsdorf und Unterstützungskräfte des Landesbereitschaftspolizeiamtes von der Einsatzleitstelle gelotst.

Gegen 22:15 Uhr konnte Beamte der Bereitschaftspolizei das Zelt im Wald auffinden. Dies war jedoch gar nicht so einfach und nur großem Glück zu verdanken. In der Nähe der polnischen Grenze, 350 Meter tief im Wald, stand an einem Hang, in einem Gebüsch, ein grünes Wurf-Zelt im grünen Wald. Eine Kollegin war nur zufällig mit dem Strahl der Taschenlampe darüber gefahren. Auf Rufe hatten die beiden Frauen im Zelt vor lauter Angst auch nicht reagiert.

Die beiden Frauen, eine 22-jährige Lettin und eine 19-jährige Italienerin, waren wohlbehalten. Mit Händen und Füßen berichteten sie, dass eine unbekannte Person gegen 21:15 Uhr versucht habe, ihr Zelt zu öffnen. Eine Fahndung brachte keinen Erfolg mehr. Die Kräfte der Bereitschaftspolizei brachten das Zelt und die beiden verängstigten Frauen in das Polizeirevier nach Heringsdorf.

Hier konnten sich die Geschädigten aufwärmen und berichteten den Beamten des Reviers, mit Hilfe von Übersetzungsprogrammen, dass sie sich am 21.09.2020, gegen 18:30 Uhr am Ostseestrand, in der Nähe der polnischen Grenze aufhielten. Ein unbekannter Mann habe sich ihnen genähert und angefangen mit heruntergelassener Hose zu masturbieren. Der Unbekannte Tatverdächtige hätte einen „mediterranen Hauttyp“ und dunkelbraunes Haar. Er trug einen Bart und war mit einem weiß gestreiften T-Shirt bekleidet. Die beiden Frauen ignorierten ihn und begaben sich später in den Wald und bauten ihr Nachtlager auf. Im Zelt bemerkten sie dann, wie jemand um ihr Zelt schlich und versuchte, dieses zu öffnen. Sie konnten nicht sagen, ob es der unbekannte Mann vom Strand war.

Gegen den unbekannten Tatverdächtigen wurde eine Anzeige wegen exhibitionistischer Handlungen aufgenommen. Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam wird die Ermittlungen aufnehmen und bittet um Hinweise.

Die beiden geschädigten Frauen konnten die Nacht im warmen Wartebereich des Polizeirevieres Heringsdorf verbringen und nahmen einen frühen Zug nach Hause.

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Nicole Buchfink
Polizeipräsidium Neubrandenburg
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