Berlin: Landfriedensbruch

Polizeimeldung vom 27.04.2020
Friedrichshain-Kreuzberg
Nr. 1013
Gestern Nachmittag kam es bei der Überprüfung eines Tatverdächtigen nach einem Rauschgifthandel zu einem Landfriedensbruch in Kreuzberg. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen drei 21-, 23- und 50-jährige Männer gegen 17.15 Uhr während der Identitätsfeststellung in der Wrangelstraße erschienen sein. Die später identifizierten Männer sollen dann lautstark ihren Unmut über die polizeilichen Maßnahmen kundgetan und Passanten aufgestachelt haben. Im weiteren Verlauf der Geschehnisse wuchs die Menschenmenge, deren Stimmung sich gegen die Beamten richtete, so stark an, dass sie für die Einsatzkräfte nicht mehr überschaubar war. Die eingesetzten Beamten mussten lautstark Zwang und den Einsatz von Reizgas androhen, was jedoch nur kurzfristigen Erfolg hatte. Bei dem weiteren Vorgehen der Menschenmenge gegen die Kräfte, war der Einsatz des Reizgases gegen die Menge nicht mehr zu vermeiden. Gezielte Reizgassprühstöße in Richtung der Beine von identifizierten Rädelsführern brachten schließlich den Durchbruch. Während der Geschehnisse wurde der tatverdächtige Rauschgifthändler immer unkooperativer. Passanten nahmen ihre Handys und zeichneten Videos auf. Zusammen mit herbeigerufenen Unterstützungskräften war es dann möglich, die drei mutmaßlichen Rädelsführer und zwei weitere 20- und 25-jährige Tatverdächtige zum Landfriedensbruch festzunehmen. Ein Beamter verletzte sich leicht am Unterarm, benötigte jedoch keine ärztliche Behandlung und konnte seinen Dienst weiter versehen. Insgesamt wurde fünf Tatverdächtige zum Landfriedensbruch und einer zum Rauschgifthandel in einem Polizeigewahrsam erkennungsdienstlichen Maßnahmen unterzogen und dann entlassen. Die Ermittlungen dauern an.