Berlin: Polizeieinsatz bei Fußballderby

Polizeimeldung vom 03.11.2019
Treptow-Köpenick
Nr. 2628
Rund 1.100 Einsatzkräfte waren gestern rund um das Fußballspiel 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC im Einsatz. Einsatzkräfte aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und der Bundespolizei unterstützten die Polizei Berlin dabei. Bereits mittags versammelten sich gegen 13 Uhr Fans der Gästemannschaft am Boxhagener Platz und wurden später von Beamtinnen und Beamten zum Stadion An der Alten Försterei geleitet. Dabei brannten Fans vereinzelt Pyrotechnik ab und beschädigten einen Videoanhänger der Polizei Berlin.
Fans der Heimmannschaft trafen sich ab etwa 15.25 Uhr am S-Bahnhof Köpenick, liefen gemeinsam zum Stadion und wurden dabei ebenfalls von Einsatzkräften begleitet. Auch hier kam es zum Zünden von Pyrotechnik. Gegen 16.40 Uhr überliefen Heim-Fans eine Einlasskontrolle des Stadions und gelangten so unkontrolliert hinein.

Während des Spiels wurde von beiden Fanlagern Pyrotechnik abgebrannt. Dabei schossen Fans der Gästemannschaft auch mehrmals Leuchtmunition auf eine Tribüne, in Richtung der gegnerischen Trainerbank und auf das Spielfeld. In der Folge unterbrach der Schiedsrichter die Partie in der zweiten Halbzeit für einige Minuten.

Nach dem Schlusspfiff überkletterten mehrere Heim-Fans den Zaun zum Spielfeld. Spieler des 1. FC Union Berlin sprachen sie energisch an, woraufhin sie sich wieder in den Fanblock zurückzogen. Etwa zur selben Zeit schossen Gäste-Fans erneut Leuchtmunition ab.
Nach dem Spiel begleiteten Einsatzkräfte die Fans von Hertha BSC zum nahegelegenen S-Bahnhof Spindlersfeld. Die Abreise verlief ohne weitere Vorkommnisse.
Vor und während des Fußballspiels leiteten Einsatzkräfte 18 Strafermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs sowie Verstößen gegen das Versammlungs-, Waffen- und Sprengstoffgesetz ein. Zudem wurden im Nachgang sieben weitere Strafermittlungsverfahren, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Zusammenrottung, eingeleitet, die nach ersten Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Fußballderby stehen. Hierbei kam es zu vier Freiheitsentziehungen. Ein Polizeibeamter wurde im Zuge der polizeilichen Maßnahmen leicht verletzt, verblieb jedoch im Dienst. Durch das Abfeuern von Pyrotechnik im Stadion waren ein Fan der Heimmannschaft und ein Zivilpolizist leicht verletzt worden. Der Beamte trat vom Dienst ab.

 

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