MR: Falsche Polizeibeamter am Telefon! -Betrüger riefen an

Landkreis

Der erste bei der Polizei am Dienstag, 17. November, gemeldete Betrugsversuch mit der Masche „Anruf durch angebliche Polizeibeamte“ war um kurz vor 15 Uhr im Hinterland. Eine Häufung der Anrufe gab es dann am Abend zwischen 18 und etwa 23 Uhr. In dieser Zeit telefonierten angebliche Beamte der Kriminalpolizei im Landkreis. Bisher bekannt wurden insgesamt fast 20 Anrufe in Niederwalgern, Angelburg, Gönnern, Dautphe, Holzhausen, Kirchhain und Marburg, wobei die meisten Anrufe in Marburg waren. In vielen Fällen erkannten die Angerufenen die Betrugsmasche und legten sofort auf. In anderen Fällen scheiterten die Betrüger aus unterschiedlichen Gründen. Nach bisherigem Wissen blieben die Betrüger am gestrigen Tag offenbar erfolglos. Damit Betrüger weiterhin möglichst keine Opfer finden, informiert die Polizei immer wieder über die unterschiedlichen Betrugsmaschen. Eine dieser Maschen ist dieser Anruf durch angebliche Polizeibeamte.

„Wer die Masche der Betrüger kennt, kann sich davor schützen, Opfer zu werden. Nur wer vorsichtig ist und ein gesundes Maß an Misstrauen walten lässt und erstmal auflegt, der reagiert richtig. Immer (!), wenn es am Telefon um Geld, Wertgegenstände oder persönliche Daten geht, müssen die Alarmglocken schrillen! Wer sich diesen obersten Grundsatz immer wieder vor Augen führt und dann Vorsicht walten lässt, der wird nicht Opfer der Betrüger am Telefon.“

Phänomen: Anruf durch falsche Polizeibeamte

Die Betrüger täuschen durch geschickte Gesprächsführung vor, dass sie Beamte der örtlichen Polizei, der Kriminalpolizei, der Staatsanwaltschaft oder des Bundeskriminalamtes sind. Unterstrichen wird die Glaubwürdigkeit oftmals durch die im Telefondisplay des Angerufenen angezeigte Rufnummer, die oftmals den tatsächlichen Nummern der Polizei oder sonstigen vorgegebenen Behörde entsprechen. Auf die Anzeige ist aber kein Verlass, denn die Betrüger haben die Möglichkeit, jede x-beliebige Nummer auf dem Display erscheinen zu lassen! Im Gespräch erläutern die Betrüger z.B., dass es Festnahmen gab und im Rahmen der damit verbundenen Ermittlungen Notizen mit deren Namen und Anschriften sichergestellt worden seien, was darauf hindeutet, dass die Betroffenen Opfer eines Einbruchs werden sollen. Die Situation und den Schock durch die suggerierte Gefahr Opfer eines Einbruchs zu werden, nutzen die Anrufer, um Informationen über persönliche Verhältnisse, Bargeldbestände, Vermögen oder auch über die Art und Höhe von Geldanlagen bei Banken zu erhalten. Lässt sich ein Angerufener auf das Gespräch ein, dauern die Telefonate oft Stunden und werden an folgenden Tagen fortgesetzt. Die Betroffenen werden dabei zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, insbesondere gegenüber der Polizei, den Bankmitarbeitern oder auch gegenüber den Familienangehörigen. Die Geschichten sind in Abhängigkeit zur angewandten Masche sehr verschieden und vielfältig. Letztlich enden sie aber immer mit der Bitte oder Forderung nach Geld oder Wertgegenständen. Den Anrufern gelingt es nicht selten, ihre Opfer so zu manipulieren, dass sie ihre kompletten Ersparnisse abheben und an vermeintliche Polizisten, Beamte des BKA oder Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft übergeben.

Damit die Betrüger keinen Erfolg haben hier nochmals Tipps und Hinweise der Polizei:

– Seien Sie wachsam, misstrauisch und besprechen sich mit einer
Vertrauensperson, bevor Sie überhaupt an eine Abhebung von Bargeld
oder Überweisung denken oder das daheim gelagerte Geld an Fremde
aushändigen! – Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen! –
Geben Sie niemals vertrauliche Informationen preis. Behörden und
seriöse Unternehmen agieren nicht in dieser Form und fragen niemals
am Telefon nach sensiblen Daten. – Rufen Sie zurück – Verwenden Sie
dabei aber niemals Rufnummern, die man Ihnen mitteilt oder die sie
auf dem Display sehen (die könnten gefälscht sein), sondern immer
nur die selbst herausgesuchten Telefonnummern. Wählen Sie bewusst
neu! Benutzen Sie nicht die Rückruftaste! – Wählen Sie die
Notrufnummer 110 oder die Festnetznummer der zuständigen Polizei,
die Sie im Telefonbuch oder über das Internet ermitteln können. – Die
Polizei ruft niemanden an, um über Festnahmen zu berichten oder um
persönliche Lebensumstände zu erfragen oder um sich nach
Wertgegenständen und deren Sicherung zu erkundigen. Die Polizei
übernimmt auch nicht die Sicherung der Wertgegenstände.
Hinweise und Tipps zu den Vorgehensweisen und zum Schutz vor Betrügern am Telefon wie z.B. zu den Betrugsphänomenen Anrufe falscher Polizeibeamter, Enkeltrick oder Schockanrufe finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de oder auf der Präventionsseite unter www.polizei.hessen.de/Prävention

„Geben Sie diese Hinweise mit der Bitte um Weiterverbreitung weiter. Informieren Sie Freunde, Bekannte, Verwandte. Informieren und instruieren Sie potentielle Opfer, meist ältere Menschen, wie sie sich bei einem solchen Anruf verhalten sollen!“

Martin Ahlich

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf
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