Frankfurt-Niederrad: „Schockanruf“ bei einem 71-Jährigem

(dr) Mit einer perfiden Masche des „Schockanrufs“ haben Unbekannte am gestrigen Dienstag, den 17. Mai 2022, einen 71-Jährigen getäuscht und gelangten so an dessen Erspartes.

Der 71-jährige Geschädigte befand sich gegen 14:30 Uhr in seiner Niederräder Wohnung, als sein Telefon klingelte. Am anderen Ende meldete sich eine aufgelöste Frau und gab vor, die Tochter des Rentners zu sein und nur einen Anruf frei zu haben. Unter tränenerstickter Stimme teilte sie ihm noch mit, einen Radfahrer überfahren zu haben. Nun übernahm ein vermeintlicher Polizeibeamter das weitere Gespräch und setzte den 71-Jährigen zusätzlich unter Druck. Er gab an, dass seine Tochter einen 12-jährigen Jungen überfahren hätte und er in Kürze einen Anruf von einer Staatsanwältin erhalten werde. Wenig später wechselte ein letztes Mal der Gesprächspartner, als sich die Staatsanwältin „Andrea Mayer“ meldete. Sie teilte dem Rentner mit, dass seine Tochter einen Schock habe und aufgrund eines Unfalls mit tödlichem Ausgang nun im polizeilichem Gewahrsam sei. Dies würde mindestens drei bis sechs Monate Untersuchungshaft bedeuten. Im weiteren Verlauf zeigte sie ihm die Möglichkeit auf, mit der Zahlung einer Kaution, die U-Haft der „Tochter“ umgehen zu können. Der Rentner willigte ein und übergab kurz darauf an seiner Wohnanschrift der von der „Staatsanwältin“ angekündigten „Beamtin“, einer Frau „Julia Weiß“, einen Betrag von 17.000 Euro, den er zuhause aufbewahrt hatte. Mit einem gefüllten Geldumschlag verschwand die junge Frau schließlich wieder.

Als der Geschädigte im Anschluss bei der echten Polizei anrief, bemerkte er, dass ihn Betrüger getäuscht hatten.

Die Abholerin des Geldes wird beschrieben als 18-20 Jahre alt und 165 bis 170 cm groß. Sehr schlank, dunkelbraune Haare, zu einem Zopf gebunden, gepflegtes Erscheinungsbild, dunkle Augen und dunkle Brille. Trug ein weißes T-Shirt, eine helle, beigefarbene Hose, flache Schuhe, grüne medizinische Mund- Nasenbedeckung. Nannte sich Julia Weiß.

Mit einem weiteren Auftreten von Betrügern mit dieser Masche ist zu rechnen.

Die Frankfurter Polizei weißt in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass sie niemals um Geldbeträge oder etwa Wertgegenstände bittet und auch nicht mit der Telefonnummer „110“ anruft. Lassen Sie sich am Telefon auf keine Diskussionen ein, sondern beenden Sie einfach das Gespräch. Und nochmals – übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte, sondern verständigen Sie im Verdachtsfall immer die echte Polizei unter der Rufnummer 110.

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