HH: 221017-3. Pressemeldung der Polizei anlässlich des Polizeieinsatzes beim Fußballspiel FC St. Pauli gegen Hamburger SV

Zeit: 14.10.2022, ab 14:30 Uhr

Ort: Hamburg-Altona-Altstadt, Hamburg-St. Pauli

Das Zweitligaderby am vergangenen Freitag war aus polizeilicher Sicht ein großer und anspruchsvoller Einsatz. Mehr als 1.400 Einsatzkräfte waren erforderlich, um die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer zu gewährleisten. Das Ziel der strikten Fantrennung, um gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Fangruppierungen zu verhindern, ist umgesetzt worden.

Nachdem der Fanmarsch der HSV-Anhänger gegen 16 Uhr die Glacischaussee erreicht hatte, rannten aus Richtung des Fanladens des FC St. Pauli über die Stadionreihe kommend sowie aus Richtung des Harald-Stender-Platzes über die Günter-Peine-Twiete kommend insgesamt ca. 250 Anhänger des FC St. Pauli über das Heiligengeistfeld in Richtung Glacischaussee und somit gezielt in Richtung des Fanmarsches. Die Personen waren zahlreich dunkel gekleidet. Auch Vermummung wurde seitens der Einsatzkräfte wahrgenommen, darunter zahlreich rote über Mund und Nase gezogene Schals. Nach polizeilicher Bewertung stand eine unmittelbar bevorstehende körperliche Auseinandersetzung, welche offenkundig seitens der St. Pauli Fans gesucht wurde, unmittelbar bevor. Aus diesem Grund erfolgte das polizeiliche Einschreiten.

Einsatzkräfte konnten diese körperliche Auseinandersetzung verhindern und in der Folge einige der Personen anhalten und in Gewahrsam nehmen. Ein im Internet zu sehendes Video zeigt eine dieser Ingewahrsamnahmen eines 57-jährigen Italieners. Hierbei setzte ein Polizeibeamter unmittelbaren Zwang ein. Die Betrachtung des Videos wirft Fragen zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahme auf. Daher wurde von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und, wie in solchen Fällen üblich, zur Aufklärung des Sachverhaltes an das Dezernat Interne Ermittlungen übermittelt. Die Prüfung hierzu dauert an.

Darüber hinaus ist im Rahmen des Einsatzes bekannt geworden, dass ein 60-jähriger Mann bei einem Sturz eine schwere Hüft/Beinverletzung erlitten hat, die einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich macht. Die genauen Umstände des Sturzes werden ebenfalls vom Dezernat Interne Ermittlungen untersucht. Der Vorfall ereignete sich gegen 16:00 Uhr in der Günter-Peine-Twiete, als dort Polizeikräfte zu verhindern versuchten, dass mutmaßliche St. Pauli-Anhänger unkontrolliert auf HSV-Fans des Fanmarsches treffen. Auch hier dauert die Prüfung des Dezernats Interne Ermittlungen an.

Veh.

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