WOB: Betrügereien über Messengerdienste – Polizei warnt (Korrektur wegen Schreibfehler)

Helmstedt, 26.01.2022

Messengerdienste sind wahrscheinlich auf nahezu jedem Mobiltelefon installiert. Nachrichten, mal eben schnell geschrieben, nett mit Bildern zurechtgemacht informieren sie die Community.

Dabei bleiben Stimme, ihre Farbe, der Klang mitschwingende Emotionen außen vor und das macht es auch so schwierig, über reine Schriftnachrichten zu kommunizieren.

Dieses machen sich immer wieder Gauner zunutze, die über Schriftnachrichten Notlagen vortäuschen und Angehörige zu Geldzahlungen veranlassen wollen.

So passierte es auch einer Frau aus Helmstedt, die am Mittwochnachmittag eine Nachricht ihrer angeblichen Tochter auf ihrem Mobiltelefon bekam, in der sie mitteilte, dass sie ihr Handy verloren habe und nun ein altes Handy benutze mit einer neuen Mobilfunknummer.

Dann schilderte die angebliche Tochter, dass sie dringend die finanzielle Unterstützung ihrer Mutter benötige. Sie müsse 2249 Euro für ein gekauftes Notebook überweisen, käme nun aber aufgrund des anderen Mobiltelefons nicht an ihre Onlinedaten oder Banking-App. Einwände oder zeitliche Aufschübe wurden von der angeblichen Tochter ignoriert bzw. es wird emotionaler Druck durch den oder die Schreiberin aufgebaut.

Letztendlich übersendet die angebliche Tochter Bankdaten für die Überweisung und bittet um die Zusendung der Kopie des Überweisungsträger per Mail. So überwies die Mutter im guten Glauben ihrer Tochter zu helfen den geforderten Betrag und erst bei einer erneuten Forderung wurde sie stutzig und rief ihre Tochter an.

Hätte sie dieses lieber sofort getan, denn hierbei flog der Schwindel auf und die echte Tochter teilte ihrer geschockten Mutter mit, dass sie nicht die Schreiberin war, ihr Handy vorhanden ist und sie kein Notebook gekauft hat.

Die Masche der Betrüger ist immer gleich:

– das eigene Handy ist heruntergefallen, zerstört oder verloren
gegangen
– es wird über ein anderes Mobiltelefon mit einer anderen
Handynummer Kontakt aufgenommen
– über das neue oder Ersatztelefon kann man seine eigenen
Online-Bankverbindungsdaten nicht aufrufen
– es wird zeitlicher Druck aufgebaut, denn die Geldanweisung muss
unbedingt in der nächsten Stunde erfolgen
– die Aufforderung zur Kontaktaufnahme per Anruf wird ausgewichen
oder ist gerade nicht möglich
Polizeisprecher Thomas Figge rät: „Sein sie misstrauisch, gerade wenn es um Geld geht, auch wenn es ein naher Anverwandter ist. Vertrauen sie lieber dem gesprochenen Wort und bestehen sie auf eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem Bittsuchenden indem sie den Betroffenen auf den ihnen bekannten Rufnummern kontaktieren. Notfalls wenden sie sich an nahe Freunde oder Verwandte.“

Rückfragen bitte an:

Polizei Wolfsburg
Thomas Figge
Telefon: +49 (0)5361 4646 204
E-Mail: pressestelle@pi-wob.polizei.niedersachsen.de