WHV: Betrügerischer Telefonanruf von Europol

„In den vergangenen Wochen wurden vermehrt betrügerische Anrufe festgestellt“ meint der Präventionsbeauftragte der Polizei Varel, Eugen Schnettler.

Zunächst erfolgt die Ansage durch eine Computerstimme. Diese gibt z.B. vor, dass die Steuer-ID oder ID-Card verwendet worden sei. Im Anschluss erfolgt die Aufforderung, die Taste „1“ zu drücken. Es läuft dann eine Weiterleitung zu einem angeblichen Sachbearbeiter. Dieser führt das Gespräch auf englischer Sprache. Offensichtlich werden hier im Gespräch persönliche Daten abgeglichen, aktualisiert oder zusätzlich in Erfahrung gebracht, die dann für weitere Straftaten Verwendung finden.

Ob die Täter hier auf bereits durch einen Hack bekanntgewordene Daten zugreifen oder rein zufällig Rufnummern anwählen, ist nicht bekannt. In einzelnen Fällen bezeichnen sich die Täter als Police Officer oder Mitarbeiter des Federal Police Department, Interpol oder Europol. Angeblich sei auch das Bankkonto betroffen oder es gäbe ein großes Ermittlungsverfahren. Würde man eine Auskunft verweigern, so wurde auch bereits mit 5 Jahren Haft gedroht. In einem bekannten Fall wurde dazu aufgefordert, das Geld vom eigenen Bankkonto auf ein ausländisches Konto zu überweisen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

„Das Ziel der Betrüger ist immer gleich“, sagt Ole Peuckert, Pressesprecher der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. „Die Angerufenen sollen dazu veranlasst werden, sensible Daten preiszugeben, Überweisungen zu tätigen oder Google Play Cards/Bitcoins zu kaufen“

Um Seriosität vorzutäuschen, werden die tatsächlichen Anrufernummern mit spezieller Software derart verändert, dass den Geschädigten Rufnummern mit deutscher Vorwahl angezeigt werden (sogenanntes Call-ID-Spoofing).

Die persönlichen Daten mitsamt Personalausweisnummer dienen den Betrügern dazu, Verträge, Konten o.ä. ohne Wissen der Geschädigten auf deren Namen zu eröffnen bzw. abzuschließen und so weitere Straftaten zu begehen.

Wir warnen vor derartigen Anrufen und geben folgende Tipps:

– Beenden Sie sofort das Telefonat, sobald die Bandansage startet!
Lassen Sie sich auf keine derartigen Gespräche ein! – Betätigen Sie
keine Nummerntaste! – Nennen Sie am Telefon niemals persönliche Daten
wie beispielsweise Anschrift, Geburtsdatum, Kontodaten,
Zugangskennungen! – Polizeibeamte werden Sie am Telefon zur
Verhinderung von etwaigen Kontosperrungen niemals zu Geldzahlungen
jeglicher Art auffordern. – Sollten Sie einen Anruf einer Ihnen
unbekannten Nummer verpasst haben, rufen Sie diese nicht zurück! –
Sollten Sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen sein, erstatten Sie
bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle Anzeige! – Im Zweifel wenden
Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder wählen Sie den
Notruf über 110! – Informieren Sie Freunde, Bekannte und
Familienangehörige über diese Anrufe, um Ihr Umfeld dafür zu
sensibilisieren!
Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland
Pressestelle Wilhelmshaven
Telefon: 04421/942-104
und am Wochenende über 04421 / 942-215