AK NI: Polizeiakademie Niedersachsen verleiht „Bachelor of Arts“ an Absolventinnen und Absolventen Innenminister Pistorius erinnert an die besondere gesellschaftliche Stellung der Polizei in der Demokratie

Im Rahmen einer Feierstunde in der Kongresshalle der Weser-Ems-Hallen haben Studierende des 16. Bachelor-Studienjahrgangs den akademischen Grad eines „Bachelor of Arts“ verliehen bekommen und darüber hinaus auch ihre Ernennungsurkunden zu Polizeikommissarinnen und -kommissaren erhalten.

Insgesamt feierten 175 Absolventinnen und Absolventen den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums. Dieses hatten sie am 1. April 2019 begonnen und waren während ihres Studiums auch den besonderen Belastungen durch die Corona-Pandemie ausgesetzt.

Erstmals seit Pandemiebeginn konnte der Direktor der Polizeiakademie, Carsten Rose, neben wenigen Gästen aus Politik, Gesellschaft und Polizei auch wieder die Angehörigen der Studierenden willkommen heißen. In seiner Rede ging Rose auf die Besonderheiten dieses Studienjahrgangs ein und lobte vor allem das soziale Engagement der Studierenden, die im Rahmen von Spendensammlungen u.a. auch zugunsten der Ukraine-Hilfe und anlässlich der getöteten Polizistin und des getöteten Polizisten aus Rheinland-Pfalz Geld gespendet hatten. Im Hinblick auf die Zukunft wies der Akademiedirektor auf die Besonderheiten des Polizeiberufs hin: „Sie haben sich für einen abwechslungsreichen und sehr anspruchsvollen Beruf entschieden. Dabei werden Sie von Ihrem Gegenüber nicht immer als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen, sondern eben nur als ‚die Polizei‘. Zeigen Sie – nicht nur in diesen Fällen -Souveränität und Handlungssicherheit, begegnen Sie den Menschen auf Augenhöhe.“

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, begrüßte in seiner Festrede die neu ernannten Polizeikommissarinnen und -kommissare. Pistorius sagte zu den Absolventinnen und Absolventen: „Sie haben das Studium in der Polizeiakademie zu einer für uns alle außergewöhnlichen Zeit absolviert. Ihre Ausbildung war einerseits geprägt von den Einschränkungen durch Corona, sie haben diverse Module ihrer Ausbildung digital absolviert und mussten dabei immer wieder improvisieren. Dazu kommt aktuell durch den aggressiven Angriffskrieg Putins auf die Ukraine eine sehr sensible gesellschaftliche Situation, die gleichermaßen Auswirkungen auf den Arbeitsalltag bei der Polizei hat. Auch der furchtbare Mord an einer Kollegin und einem Kollegen in Rheinland-Pfalz hat sie sicher alle stark beschäftigt. Das sind keine alltäglichen Voraussetzungen für den Einstieg in einen so verantwortungsvollen Beruf, den sie tagtäglich in direktem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ausüben werden. Als Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sind sie für Schutz und Hilfe zuständig, sie müssen Gefahren erkennen und bestenfalls schon verhindern, bevor sie entstehen. Sie müssen konsequent und souverän eingreifen, mit Empathie und Fingerspitzengefühl. Ich finde es großartig, dass sie diese Verantwortung übernehmen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei dieser herausfordernden Aufgabe.“

Stellvertretend für die Studierenden berichteten Ronja Capelle und Adil Sevim über die besonderen Erfahrungen während ihres Studiums. Angefangen von der Anprobe der ersten Uniform über spannende Praxisphasen bis hin zur Verteidigung der eigenen Bachelorarbeit. „Ausgestattet mit einem umfangreichen Rechtsverständnis stehen wir jetzt als Polizeibeamtin und als Polizeibeamter für die Werte und Individualität der Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft ein“, führten die Studierenden aus.

Neben den Jahrgangsbesten wurden aus aktuellem Anlass auch zwei Studierende mit russischem bzw. ukrainischen Migrationshintergrund von Minister Pistorius und Akademieleiter Rose stellvertretend für den gesamten Studienjahrgang zu Polizeikommissarinnen bzw. -kommissaren ernannt.

Die Veranstaltung endete mit der Nationalhymne und dem traditionellen „Mützenwurf“ der Absolventinnen und Absolventen. Musikalisch wurde die Feierstunde durch die Jazzcombo des Polizeiorchesters Niedersachsen begleitet.

Hintergrund

Das Studium des 16. Bachelorjahrgangs an der Polizeiakademie Niedersachen haben bisher insgesamt 175 Studierende bestanden. Davon waren 99 männlich (56,6 %) und 76 weiblich (43,4%). 33 Studierende haben einen Migrationshintergrund (18,9%).

Die frisch ernannten Polizeikommissarinnen und Polizeikommissare werden zum 1. April 2022 in die verschiedenen Bereiche der niedersächsischen Polizei versetzt.

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