Lüneburg ++ Mehr Sicherheit für Seniorinnen und Senioren ++ Kampagne von Polizei, Lüneburger Kriminalpräventionsrat und Medienhaus Lüneburg ++ persönliche Post und 15.000 Infopaket für alle Seniorinnen und Senioren in Stadt und Landkreis Lüneburg ++ Kampagne klärt u.a. über Betrug mit Enkeltrick und falschen Polizeibeamten auf ++

Stadt und Landkreis Lüneburg

„Gemeinsam Betrügern keine Chance geben!“ – Sie melden sich am Telefon als Polizeibeamte und geben vor, einen Einbrecher festgenommen zu haben oder gegen sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus. „Während ein Täter im Gespräch ablenkt, durchsucht ein anderer die Wohnung nach Geld und Schmuck“. Betrüger, zu deren Opfern vornehmlich Seniorinnen und Senioren gehören, sind ganzjährig aktiv und agieren mit verschiedenste abgewandelten Maschen.

Um speziell ältere Menschen zu informieren und zu schützen, startet jetzt die Lüneburger Kampagne „Im Alter sicher leben“. Initiiert wurde die Aktion vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen und dem Kriminalpräventionsrat (KPR) von Hansestadt und Landkreis Lüneburg in Kooperation mit dem Medienhaus Lüneburg. „Da wir unsere älteren Menschen gerade in Zeiten von Corona auch bei unseren Vorträgen bei Vereinen, den Landfrauen oder in Seniorenheimen aktuell nicht erreichen und diese auch über unsere Kanäle bei den Sozialen Medien nur schwer erreichbar sind, wenden wir uns mit dieser Aktion persönlich und direkt an alle gut 15.000 Seniorinnen und Senioren in Stadt und Landkreis Lüneburg“, so Polizeihauptkommissarin Kathrin Richter vom Präventionsteam der Polizei.

Täter sind rhetorisch sehr geschickt und immer wieder versuchen Betrüger mit dem sogenannten Enkeltrick oder als „falsche Polizeibeamte“ Senioren um ihr Bargeld oder Erspartes zu bringen. Auch wenn darüber immer wieder berichtet wird, ist die Gefahr gegeben, dass doch jemand drauf reinfällt, wenn am anderen Ende der Leitung angeblich ein Polizist ist.

Jens Eggersglüß, Leiter der Polizeiinspektion, appelliert parallel: „Wenn es zu solchen Anrufen kommen sollte, rufen Sie über Notruf 110 die Polizei an und haken nach.“ Wer sich das nicht traue oder im Zweifel sei, „ist gut beraten, wenn er sich eine zweite Meinung im Familien- oder Bekanntenkreis einholt. Dann relativiert sich das Ganze meistens und der Betroffene wird nicht auf die Forderungen solcher Betrüger eingehen.“

Eine weitere Variante des Betrugs: Täter geben sich in Corona-Zeiten als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus, um abzuzocken. Das war letztendlich für Polizei und Kriminalpräventionsrat -, der durch unterschiedliche Arbeitskreise Bürger aufklären will, um so Straftaten vorzubeugen – der Anlass für die Kampagne. Angesprochen werden Senioren, die vor 1950 geboren sind. Sie erhalten in den kommenden Tagen und Wochen Post: In einem Briefumschlag steckt die Info-Broschüre „Im Alter sicher leben“; dazu ein persönliches Anschreiben vom Inspektionsleiter Jens Eggersglüß sowie Infos der Polizei. Praktisch ist auch der Türanhänger mit den Aufschriften: „Keine Fremden in die Wohnung lassen!“, „Kein Geld an Fremde übergeben!“ und „Die Polizei nimmt niemals Ihr Geld bzw. Ihre Wertsachen in Verwahrung“ sowie den Notrufen von Polizei und Feuerwehr.

Die fünf Kontaktbeamten sowie mehrere Polizeianwärter starten in der Hansestadt die Tage mit der Verteilung und bringen damit mehr als 8500 Briefsendungen in Umlauf. Im Anschluss folgt dann in den nächsten Wochen das direkte Anschreiben von weitere 6500 Bürgerinnen und Bürgern im gesamten Landkreis. Das sind insgesamt 15.000 Info-Pakete an Bürger ab 70 Jahren. Prävention ist ureigene Aufgabe der Polizei, so dass die Ordnungshüter die enge Verbundenheit der Bewohner auch auf dem Land zu ihrer Polizei durch diese vertrauensbildende Maßnahme und möglicherweise direkte Kontakte im Rahmen der Aktion noch weiter stärken möchten.

Bei Haushalten mit Ehepaaren ab 70 Jahren ist immer nur einer von beiden der Empfänger. „Seniorenheime werden von uns gesondert angeschrieben und können speziell zusammengestelltes Info-Material bekommen“, sagt Kathrin Richter, die auch als Ansprechpartnerin der Aktion mit ihrer Telefonnummer (auf Seite 2 der Broschüre) fungiert. Kathrin Richter, KPR-Geschäftsführerin Christiane Scholl und Jens Eggersglüß machen deutlich: „Jede Tat, die mit dieser Aktion verhindert wird, ist ein großer Erfolg.“

Hintergrund:

Falsche Polizeibeamte / Enkeltrick – So gehen Betrüger derzeit vor

Sie rufen an!

Am Telefon meldet sich ein angeblicher Polizeibeamter und gibt vor, dass Einbrecher festgenommen worden seien. Man habe bei der Durchsuchung einen Notizzettel mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift gefunden. Nun wolle die Polizei weitere Straftaten verhindern. Dazu sei angeblich Ihre Mitarbeit erforderlich.

Der Täter versucht, Informationen über vorhandene Wertgegenstände, Schmuck, Bargeld und Wertanlagen zu erlangen. Es wird angeboten, natürlich zu „Ihrem Schutz“, vorbeizukommen um Geld, Schmuck und Wertgegenstände abzuholen und sicher bei der Polizei aufzubewahren. Mancher Täter behauptet auch, dass die Polizei Hinweise auf Mittäterschaft von Bankmitarbeitern habe. Ziel ist auch noch an Bankguthaben der Opfer zu kommen. Achtung! Durch Manipulation kann die Telefonnummer der Polizei auf der Telefonanzeige sichtbar sein, obwohl der Anruf nicht von der Polizei kommt! Dies gilt sowohl für die 110 als auch für die Rufnummern der örtlichen Polizeidienststellen. Die Polizei ruft niemals mit der 110 an! Auch kann es sein, dass mit bekannten Namen agiert wird, wie z.B. dem Namen eines Kontaktbeamten. Die Polizei fordert Sie niemals auf, Geld abzuheben oder Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände auszuhändigen, um Ermittlungen zu unterstützen. Rufen Sie auch nicht unter der angezeigten Telefonnummer zurück, sondern legen Sie auf und verständigen Sie bei verdächtigen Vorfällen umgehend die 110!

Sie klingeln!

Bei diesem Trick geben die Täter vor, in die Wohnung nebenan sei eingebrochen worden. Nun sei es erforderlich, auch bei Ihnen die Fenster und Türen auf Einbruchspuren zu kontrollieren. Täter versuchen sich auf diese Weise Zutritt zu Ihrer Wohnung zu verschaffen. Bei Zweifeln sollte die Dienststelle angerufen werden, von der die angeblichen Polizeibeamten kommen, bevor man sie in die Wohnung lässt. Ist die Amtsnummer der Polizei auf die Schnelle nicht zu finden, können Sie auch die 110 anrufen. Es gibt zahlreiche ähnliche Varianten. In letzter Zeit sind auch Fälle bekannt geworden, in denen sich Betrüger als Staatsanwälte, Bankmitarbeiter oder andere Amtspersonen ausgegeben haben. Die Opfer werden mit viel Einfallsreichtum in Angst und Schrecken versetzt und diese Situation wird zum Betreten der Wohnung oder zur Übergabe von Geld und Wertgegenständen genutzt.

Wichtige Verhaltenstipps:

   - Bei Anrufen oder persönlichen Besuchen angeblicher Amtspersonen,
     wie Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, des Gesundheitsamts auch
     Verwandter (wie z.B. Enkel in finanzieller Notlage) nicht unter 
     der vom Anrufer angegebenen Telefon- oder Handynummer 
     zurückrufen und Sachverhalt zu klären versuchen. Diese nicht in 
     die Wohnung lassen!
   - Keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen 
     preisgeben.
   - Bei so nicht zu klärendem Sachverhalt sofort die Polizei 
     informieren und weiteres Vorgehen absprechen.
   - Fremden, die als "Vertrauensperson" angeblicher Verwandter oder 
     Amtspersonen kommen, niemals Bargeld oder Wertsachen 
     aushändigen.
   - Immer Anzeige erstatten; nur so können wir den Tätern auf die 
     Spur kommen.

Sie haben noch Fragen? Dann wenden Sie sich an Ihre nächstgelegene Polizeidienststelle.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Lüneburg
Pressestelle
Kai Richter
Telefon: 04131/8306-2324 o. Mobil 01520 9348855
E-Mail: pressestelle@pi-lg.polizei.niedersachsen.de