GOE: Flucht und Migration: Polizeidirektion Göttingen kooperiert mit dem Museum Friedland – Im Rahmen einer Feierstunde wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Migration und Flucht haben in der deutschen Nachkriegsgeschichte immer wieder eine große Rolle gespielt. Menschen aus vielen Ländern der Welt haben in der Bundesrepublik eine neue Heimat gefunden und sind heute fester Bestandteil der Gesellschaft, auch innerhalb der Polizei. Doch wie wirkt sich Migration aus? Welche Effekte hat sie auf unser Zusammenleben? Welche Erfahrungen haben wir bislang mit Zuwanderung gemacht? Und was wird noch auf uns zukommen?

Diese und weitere Fragen sollen künftig zentrale Themen in der Aus- und Fortbildung von Polizeikräften der Polizeidirektion Göttingen sein, denen sie sich im Rahmen einer Kooperation mit dem Museum Friedland annehmen wollen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten und Dr. Anna Haut vom Museum Friedland am Freitag (28. Oktober) im Rahmen einer Feierstunde in den Räumlichkeiten des Museums unterzeichnet.

Neben Grußworten unter anderem von Landespolizeipräsident Axel Brockmann berichtete Monzer Alzakrit über seine ganz persönlichen Erfahrungen im Grenzdurchgangslager Friedland. Zudem wurde die Veranstaltung von der Hannoveraner MigPop-Sängerin Ayda Kirci von der Band Shanaya begleitet, die das Thema Migration in ihrer Musik behandelt.

Historisch bedeutsam und mit zentraler Rolle bis heute

Mit dem Museum Friedland wurde für die Kooperation eine Einrichtung gewählt, die nicht nur historisch bedeutsam ist, sondern auch heute noch eine zentrale Rolle in der Aufnahme von Migrantinnen und Migranten in Deutschland spielt. Diese Bedeutung betonte auch Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten in ihrer Begrüßung. „Mehr als vier Millionen Menschen haben sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Grenzdurchgangslager Friedland registriert – Kriegsflüchtlinge und Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene, Boat-People aus Vietnam, Spätaussiedlerinnen und -aussiedler, Geflüchtete aus Syrien und Asylsuchende aus aller Welt. Es ist ein Ort, der viele Geschichten zu erzählen hat.“

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie, des Ukraine-Krieges sowie aufkommender demokratiefeindlicher Tendenzen innerhalb der Gesellschaft habe es sich die Polizeidirektion Göttingen zum Ziel gesetzt, ihre Mitarbeitenden und deren Demokratieverständnis weiter zu stärken. „An keinem anderen Ort lässt sich mehr Verständnis für Flucht und Migration schaffen, als hier in Friedland. Deswegen war es uns eine Herzensangelegenheit, diese Kooperation auf den Weg zu bringen“, so Gwendolin von der Osten weiter.

Beispielhafte Aufarbeitung

Landespolizeipräsident Axel Brockmann stellt fest: „Die Kooperation der Polizeidirektion Göttingen mit dem Museum Friedland ist aus meiner Sicht für beide Seiten gewinnbringend – am meisten aber für uns als Gesellschaft.“ Im Museum werde beispielhaft aufgearbeitet, welche Bedeutung Migration für Deutschland und für Niedersachsen hatte und noch immer hat, betont der Landespolizeipräsident. Und umgekehrt: Welch wichtige Rolle eine demokratische Gesellschaft für die Migrantinnen und Migranten einnimmt, so Axel Brockmann weiter.

„Auch und gerade für die niedersächsische Polizei hat unsere Demokratie einen hohen Stellenwert“, unterstreicht er. Der Landespolizeipräsident hebt hervor, dass auch das demokratische Selbstverständnis der Polizei immer wieder diskutiert, weiterentwickelt und belebt werden sollte. Vor diesem Hintergrund ist das Museum Friedland ein ausgezeichneter Kooperationspartner für die Fortbildungsbelange der Polizeidirektion Göttingen.

Die wissenschaftliche Leiterin des Museums Friedland, Dr. Anna Haut, betonte den zukunftsweisenden Charakter der Zusammenarbeit: „In unserem Erweiterungsbau werden ab 2025 viel stärker die aktuellen Fragen des Zusammenlebens in einer multikulturellen Gesellschaft im Fokus stehen. Die Kooperation mit der Polizeidirektion passt daher hervorragend zur Entwicklung des Museums.“ Bildungsreferentin Angela Steinhardt ergänzte: „Mit dem Workshop ‚Über Migration sprechen‘ greifen wir im ersten Anlauf ein hoch aktuelles Thema auf, das für Diskriminierungserfahrungen sensibilisiert und gerade auch in der beruflichen Fortbildung immer wichtiger wird.“

Das Museum Friedland und die Polizeidirektion Göttingen werden nun im nächsten Schritt gemeinsam Bildungsangebote entwickeln, um das Thema Migration in die Aus- und Fortbildung einzubetten. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und hoffe, dass beide Seiten von der Kooperation profitieren und die Zusammenarbeit Früchte tragen wird“, sagt Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten abschließend.

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