GÖ: (299/2022) Neues Präventionsprojekt „ChatScouts – Gemeinsam gegen Cybermobbing“ – Umfangreiches Informations- und Unterrichtsmaterial wird an Grundschulen versandt

LANDKREIS GÖTTINGEN (je) – Mobbing unter Schülerinnen und Schülern ist leider seit vielen Jahren ein weit verbreitetes Phänomen. Es als jugendtypisches Fehlverhalten abzutun, wird dem Ausmaß an den teils gravierenden Folgen für die Opfer nicht gerecht.

Gerade junge Menschen gilt es in ihrer Entwicklung zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und für andere einzustehen. Die Nutzung von internetfähigen Endgeräten ist längst elementarer Bestandteil der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen. Die Interaktion mit anderen steht hierbei an erster Stelle. Die onlinebasierte Kommunikation hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Ein vermeintlich lustiges Bild in einem Gruppenchat oder ein abfälliger Kommentar können schnell eine Eigendynamik entwickeln und im regelrechten Shitstorm für Betroffene enden, der ohne Hilfe von außen nicht mehr einzufangen ist.

Was folgt sind gezielte Anfeindungen und Ausgrenzungsprozesse, die im Schulkontext oftmals im realen Leben fortgesetzt werden. Erschwerend kommt beim Cybermobbing (Mobbing mittels digitaler Endgeräte) hinzu, dass die Angriffe rund um die Uhr passieren, die Täter anonym agieren können und es für Außenstehende lange Zeit unentdeckt bleibt, um frühzeitig einschreiten und den Mobbingprozess beenden zu können.

„Betroffene fühlen sich während dieser Zeit vollkommen hilf- und schutzlos. Je nach Dauer und Intensität der Übergriffe können sich folgeschwere Beeinträchtigungen für die Betroffenen entwickeln, die es gerade für die jüngsten in unserer Gesellschaft zu verhindern gilt“, so die Beauftragte für Jugendsachen der Göttinger Polizei, Jacqueline Emmermann (Foto).

Der Einstieg in die digitalen Welten erfolgt zunehmend früher. Nicht selten werden Kinder mittlerweile im Grundschulalter mit Smartphones ausgestattet. Entwicklungsbedingt können sie bestimmte Gefahren noch nicht erfassen. Daher ist es umso wichtiger, sie frühzeitig an das Phänomen Cybermobbing heranzuführen, damit sie fit und fair im Netz miteinander umgehen.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat hierzu das Projekt „ChatScouts – Gemeinsam gegen Cybermobbing“ initiiert (siehe auch dortige Pressemitteilung unter https://www.lka.polizei-nds.de/a/presse/pressemeldungen/chatscouts-gemeinsam-gegen-cybermobbing-116254.html). Es richtet sich an Grundschüler ab der 3./4. Klasse und bildet eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Lehrpersonal, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Präventionsbeauftragte der Polizei.

Umfassendes Informations- und Unterrichtsmaterial wird von der Beauftragten für Jugendsachen in den kommenden Tagen an die Grundschulen in Stadt und Landkreis Göttingen versandt und kann nach den Sommerferien auch mit aktiver Unterstützung der Polizei zum Einsatz kommen.

Für Rückfragen steht PHK‘ in Jacqueline Emmermann unter Telefon 0551/491-2008 oder Mail: jacqueline.emmermann@polizei.niedersachsen.de gern zur Verfügung.

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