GÖ: (260/2022) Weiterer Erfolg im Kampf gegen Schockanruf-Betrüger – „Abholerin“ bei fingierter Geldübergabe in Göttingen festgenommen, Haftrichter erlässt U-Haftbefehl

Göttingen, Obere-Masch-Straße | Mittwoch, 22. Juni 2022, gegen 16:30 Uhr

GÖTTINGEN (as) – Im Kampf gegen betrügerische Schockanrufer ist der Polizei Göttingen am Mittwoch (22.06.22), in enger Zusammenarbeit mit dem vermeintlichen „Opfer“ aus einem Göttinger Ortsteil, ein Erfolg gelungen.

Ermittler der Ermittlungsgruppe „SäM Südniedersachsen“ und weitere Beamte nahmen am Nachmittag in der Göttinger Innenstadt im Rahmen einer fingierten Geldübergabe eine mutmaßliche Geldabholerin fest. Die 22 Jahre alte und wegen unzähligen Betrugsdelikten bereits mehrfach vorbestrafte Tatverdächtige, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Göttingen dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ U-Haftbefehl wegen Fluchtgefahr.

Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt war der 68jährige angerufene Göttinger selbst, den sich die Betrüger als mutmaßliches „Opfer“ ausgesucht hatten und ihn mithilfe eines sogenannten „Schockanrufs“ in die Verzweiflung treiben wollten.

Dieser hatte etwa zwei Stunden vor der Festnahme der Frau einen Anruf auf seinem Festnetzanschluss erhalten, in dem eine angebliche Polizistin vorgab, seine Ehefrau hätte einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Das Gespräch wurde daraufhin an eine angebliche Anwältin weitergegeben, die eine Inhaftierung der Ehefrau in Aussicht stellte, sollte nicht eine „Kaution“ von mehreren zehntausend Euro hinterlegt werden.

Bezeichnend für diese perfide Betrugsmasche ist die ununterbrochene Bindung der mutmaßlichen Opfer am Telefon, indem diese aufgefordert werden, auf gar keinen Fall aufzulegen. Damit versuchen die Betrüger einen möglichen Anruf bei Angehörigen oder der Polizei zu verhindern und drohen mit schlimmen Konsequenzen, sollte das Gespräch zwischendurch unterbrochen werden.

Der Senior erkannte den Betrug allerdings sofort, ließ sich aber dennoch zum Schein auf die Forderungen der Betrüger ein und informierte parallel dazu die Polizei.

Nach dem Hinweis der laufenden Betrugsmasche wurden sofort mehrere polizeiliche Maßnahmen vorbereitet und teils verdeckt eingeleitet. Am vereinbarten Geldübergabeort schnappte die Falle der Ermittler schließlich zu und es gelang die Tatverdächtige festzunehmen. Die 22-jährige mutmaßliche Betrügerin leistete keinen Widerstand. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

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