HH: Mann wünscht sich von Bundespolizistin kontrolliert zu werden – mit Haftbefehl gesucht

Am Abend des 22.11.2022 gegen 20:30 Uhr sprach ein scheinbar alkoholisierter Mann vor dem Eingang zum Bundespolizeirevier Hamburg-Hauptbahnhof eine Bundespolizistin an und wünschte sich durch diese kontrolliert zu werden. Den Gefallen tat ihm die Beamtin zu diesem Zeitpunkt -noch- nicht, allerdings wurde der Mann kurze Zeit später im Rahmen von Streitigkeiten im Hauptbahnhof erneut angetroffen.

Nun sollte sich der Wunsch des 40-jährigen Deutschen erfüllen. Ob sich der Mann allerdings der Folgen der von ihm gewünschten Kontrolle zu diesem Zeitpunkt bewusst war, weiß man nicht. Bei der Überprüfung stellte sich nämlich heraus, dass er mit einem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Lübeck nach Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gesucht wurde.

Er wurde verhaftet und dem Bundespolizeirevier am Hauptbahnhof zugeführt.

Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,50 Promille.

Anschließend wurde ihm Gelegenheit zum Telefonieren gegeben. Mit Erfolg, denn kurze Zeit später konnte der haftbefreiende Betrag von 2250 Euro eingezahlt werden.

Somit blieb dem 40-Jährigen der Antritt einer 45-tägigen Ersatzfreiheitsstrafe erspart.

Weitere Verhaftung am Abend zuvor:

Am 21.11.2022 gegen 20:45 Uhr wurde auf der Wache des Bundespolizeireviers Hamburg-Hauptbahnhof eine 57-jährige deutsche Staatsangehörige vorstellig, die angab, dass sie 2021 um einen fünfstelligen Betrag betrogen worden sei. Sie hätte eine Beziehung mit einem Mann gehabt, der sie um das Geld gebracht hätte und anschließend „untergetaucht“ sei.

Eine dementsprechende Anzeige hätte die Betrogene letztes Jahr erstattet, jedoch ruhe das Verfahren derzeit, da der ehemalige Lebensgefährte nicht auffindbar sei.

Nun allerdings habe die Frau aus ihrem Bekanntenkreis den Tipp bekommen, dass der Gesuchte sich regelmäßig in einer Bar im Hamburger Hauptbahnhof aufhalten solle. Dort hätte sie den Mann erst wenige Minuten zuvor tatsächlich am Tresen sitzend festgestellt.

Umgehend begaben sich zwei Streifen der Hamburger Bundespolizei zum Einsatzort auf dem Nordsteg und sprachen den Mann an. Beim Anblick der Bundespolizisten versuchte der sich noch durch Flucht der Verhaftung zu entziehen, konnte jedoch unmittelbar daran gehindert und verhaftet werden.

Zusätzlich zu dem offenen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Kiel wegen Verurteilung nach Betrug bestanden gegen den 56-jährigen Deutschen sieben Fahndungsnotierungen verschiedener Staatsanwaltschaften zur Ermittlung seines Aufenthaltsortes nach diversen Betrugsdelikten.

Der Mann wurde in das Untersuchungsgefängnis überstellt.

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Thomas Hippler
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