HH: 220331-3. Falsche Polizeibeamte in Hamburg-Heimfeld – eine Zuführung

Tatzeit: 30.03.2022, 12:30 Uhr

Tatort: Hamburg-Heimfeld, Milchgrund

Gestern Mittag haben falsche Polizeibeamte versucht, einen 85-Jährigen in Hamburg-Heimfeld zu betrügen. Fahnder des für Trickbetrugsdelikte zuständigen Landeskriminalamts 43 (LKA 43) nahmen einen 37-jährigen mutmaßlichen Geldabholer vorläufig fest. Er wurde einem Haftrichter zugeführt.

Gestern Mittag meldete sich ein Mann telefonisch bei einem 85-Jährigen und gab sich als Polizeibeamter „Herr Rosenberg“ aus. Im Verlauf des Telefonats gab der angebliche Polizist vor, dass ein Räuber gefasst worden sei und es nun Hinweise auf einen bevorstehenden Einbruch bei dem Rentner gäbe. Der Senior, der den Betrugsversuch sofort erkannt hatte, ging zum Schein auf sein telefonisches Gegenüber ein. Er spiegelte dem angeblichen Polizisten vor, eine größere Geldsumme im Haus zu haben und Goldbarren in einem Bankschließfach. Der Betrüger forderte den Rentner im weiteren Verlauf dazu auf, sein Geld und seine Wertgegenstände umgehend von der Bank abzuholen, da durch eine korrupte Bankmitarbeiterin sein Vermögen in Gefahr sei. Der Mann sollte seine Besitztümer „der Polizei“ deshalb zur sicheren Verwahrung übergeben. Statt zur Bank zu fahren, begab sich der Senior unmittelbar zum Polizeikommissariat 46 (PK 46) und zeigte den Sachverhalt an.

Beamte des LKA 43 übernahmen umgehend die Ermittlungen. Unter anderem betreuten sie den 85-Jährigen in den folgenden Stunden engmaschig bei den weiteren telefonischen Kontakten zu dem vermeintlichen Polizisten „Rosenberg“ und dessen Kollegen „Herrn Süß“.

Am Nachmittag kündigten die Betrüger das Erscheinen des Polizeibeamten „Krupp“ an der Wohnanschrift des Mannes in Heimfeld an. Dieser sollte nun sämtliche Wertsachen und das Bargeld zwecks Sicherung an „Herrn Krupp“ übergeben. Als der Angekündigte vor Ort erschienen war und die Wohnung seines Opfers bereits betreten hatte, nahmen die Fahnder ihn vorläufig fest.

Der Verdächtige, ein 37-jähriger Türke, wurde erkennungsdienstlich behandelt und einem Haftrichter zugeführt.

Die Ermittlungen des LKA 43, insbesondere zu den bislang unbekannten Mittätern des Festgenommenen, dauern an. Auch wird geprüft, ob die Gruppierung für weitere, ähnlich gelagerte Fälle verantwortlich sein könnte.

Die Polizei Hamburg rät in diesem Zusammenhang:

– Geben Sie Fremden gegenüber (auch telefonisch) keine Details zu
Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie
sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die
jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen
Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
– Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert:
Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe
stehenden Personen.
– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an
unbekannte Personen oder deponieren es für sie.
– Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, wählen Sie unverzüglich
den Polizei unter der Telefonnummer 110.
– Sind Sie bereits Opfer eines Trickbetrugs geworden, zeigen Sie
die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen,
Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu
sensibilisieren und die Täter zu überführen.
– Bewahren Sie Ihre Wertsachen, beispielsweise höhere Geldbeträge
und andere Wertgegenstände, nicht zu Hause auf, sondern auf der Bank
oder im Bankschließfach.
Ka.

Rückfragen der Medien bitte an:

Polizei Hamburg
Nina Kaluza
Telefon: 040 4286-56212
E-Mail: polizeipressestelle@polizei.hamburg.de