HB: Nicht nur zur Weihnachtszeit: Wie das Paket durch den Zoll kommt

Auch in diesem Jahr wird mit dem Black Friday Ende November die heiße
Phase des vorweihnachtlichen Online-Shoppings eingeläutet und
bedeutet Hochsaison bei Paketversendern und – diensten. Was viele
Online-Shopper dabei aber nicht bedenken: Wird das ersehnte Paket aus
einem Nicht-EU-Land verschickt, ist der Zoll mit im Spiel, und zwar
gleich in mehrfacher Hinsicht.
Denn werden die heiß ersehnten Sneaker oder das neueste Smartphone
bei einem Onlinehändler in einem Drittland bestellt, fallen
möglicherweise bei der Einfuhr zusätzliche Zölle und
Einfuhrumsatzsteuer an. Bei verbrauchersteuerpflichtigen Waren wie
z.B. Alkohol kann es sogar sein, dass ggf. noch Verbrauchsteuern
bezahlt werden müssen.
Für Postsendungen aus einem Drittland gelten folgende Bestimmungen:
Warenwert bis 22 Euro: Hier fallen kein Zoll und keine
Einfuhrumsatzsteuer an. Die Verbrauchsteuern, wie zum Beispiel für
Alkohol oder Tabak, werden erhoben.
Warenwert über 22 Euro bis 150 Euro: Die Einfuhrumsatzsteuer (aktuell
von 19 auf 16 Prozent bzw. von 7 auf 5 Prozent reduziert) und
gegebenenfalls Verbrauchsteuern werden erhoben.
Warenwert über 150 Euro: Neben der Einfuhrumsatzsteuer fallen auch
der warenabhängige Zoll und gegebenenfalls die Verbrauchsteuern an.
Landet das Paket beim Zoll, findet der Besteller ein Info-Kärtchen
der Post in seinem Briefkasten, auf dem nicht nur das Zollamt
angegeben ist, wo die Sendung innerhalb von 7 Tagen grundsätzlich
abgeholt werden muss, sondern auch welche Unterlagen für die
Zollabfertigung mitzubringen sind.
Seit Februar 2020 müssen Postsendungen nicht mehr zwingend persönlich
beim Zollamt abgeholt werden. Sendungen können bis zu einem Wert von
1.000 Euro auch ohne persönliches Erscheinen abgefertigt werden.
Aufgrund der Corona-Pandemie kann diese Postabfertigung von zu Hause
genutzt werden, um weitere persönliche Kontakte zu vermeiden und die
Ausbreitung des Virus zu hemmen.
Wer weiterhin seine Postpakete vor Ort abholen möchte, muss vorher
-wie im Benachrichtigungsschreiben der Deutschen Post AG angegeben-
mit seinem Zollamt einen Termin vereinbaren. Ohne Termin fertigt das
Zollamt die Ware nicht ab.
Neben einer möglichen Verzollung der Ware sind auch bei Post- und
Kuriersendungen immer Einfuhrverbote bzw. Beschränkungen zu beachten.
So überwacht der Zoll zum Beispiel die Prüfung des gewerblichen
Rechtsschutzes und der Produktsicherheit von technischen Produkten
oder Kleidung dem Schutz der Verbraucher.
„Vermeintlich günstige Markenprodukte können sich da schnell als
Fehlinvestition entpuppen, wenn diese gefälscht sind“, so Volker von
Maurich, Pressesprecher des Hauptzollamts Bremen. „Die Waren werden
sichergestellt und vernichtet, die Kaufsumme wird vom Lieferanten
nicht erstattet. Außerdem erwartet den Paketempfänger ggf. ein
zivilrechtliches Verfahren mit dem Rechteinhaber.“
Post- und Kuriersendungen aus anderen Mitgliedstaaten der EU können
im Regelfall ohne Zollformalitäten empfangen werden. Wer allerdings
Alkohol oder Tabak aus einem anderen EU-Staat bestellt, muss unter
Umständen Steuern entrichten. Darüber hinaus sind auch hier bestimmte
Einfuhrverbote zu beachten.
Wer also zu Weihnachten ganz entspannt schenken möchte, macht sich
rechtzeitig schlau unter zoll.de oder gleich mit der App „Zoll und
Post“.
Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Bremen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Volker von Maurich
Telefon: 0421 3897-1114

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Updated: 25. November 2020 — 10:39