HZA-N: Hauptzollamt Nürnberg präsentiert die Jahresstatistik 2019 für Mittelfranken

Der Zoll leistet mit seinen Steuereinnahmen und umfangreichen Aufgaben einen wichtigen Beitrag, damit der Staat handlungs- und leistungsfähig bleibt und Verbraucher und Wirtschaft geschützt werden. „Dies gilt auch und besonders in diesen schwierigen Zeiten, in denen sich Staat und Bürgerinnen und Bürger auf den Zoll verlassen können“, so Christine Stephan, kommissarische Leiterin des Hauptzollamts Nürnberg.

„Die Anforderungen an den Zoll entwickeln sich ständig weiter. So hat dieser in der Vergangenheit regelmäßig neue Aufgaben übernommen und ist daher fachlich und organisatorisch in der Lage, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Der Zoll passt seine Strukturen stets flexibel den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen an – wie auch jetzt in der aktuellen Lage mit Corona“, so Stephan.

Erhebung von Abgaben

Das Hauptzollamt Nürnberg mit seinen derzeit rund 580 Zöllnerinnen und Zöllnern nahm im Jahr 2019 knapp 2,6 Milliarden Euro ein. Dies ist eine leichte Steigerung zum Vorjahr. Zu den einnahmestärksten Abgabenarten gehörten erneut die Einfuhrumsatzsteuer mit knapp 1,9 Milliarden Euro und die Verbrauchsteuern mit rund 207 Millionen Euro. Die Verbrauchsteuern gliedern sich in Energiesteuer (49 Mio. Euro), Stromsteuer (140 Mio. Euro), Biersteuer (9 Mio. Euro) und Steuern auf Branntwein, Tabak, Schaumwein und Kaffee (rund 8,3 Mio. Euro), die fast ausschließlich dem Bundeshaushalt zufließen. Aus fast 280 Nachprüfungen in den unterschiedlichsten Betrieben ergaben sich Nachforderungen in Höhe von über drei Millionen Euro. Auch rund 219 Millionen Euro Kfz-Steuer nahm das Hauptzollamt Nürnberg 2019 ein.

Warenabfertigung bei den Zollämtern

Das Hauptzollamt Nürnberg mit seinen vier Zollämtern und einem Standort in Weißenburg hat 2019 knapp 15 Millionen Warenpositionen zur Einfuhr und zur Ausfuhr abgefertigt. Auch zurzeit sorgen die Zöllnerinnen und Zöllner vor Ort und im Homeoffice für eine zügige und reibungslose Abfertigung von Waren.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Die Nürnberger Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat 2019 rund 1.200 Prüfungen bei Arbeitgebern in allen Branchen durchgeführt. Daneben fanden bundesweite Schwerpunktprüfungen u.a. im Wach- und Sicherheitsgewerbe, im Hotel- und Gaststättengewerbe, Baugewerbe sowie zur Einhaltung der Mindestlohnregelung statt.

Über 1.700 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten wurden eingeleitet, 35 Jahre Freiheitsstrafen und 1,4 Millionen Euro Geldbußen und -strafen erwirkt.

Schmuggelbekämpfung

Tag und Nacht im Einsatz gegen Schmuggel und Kriminalität ist unter anderem die Kontrolleinheit Verkehrswege, die 2019 rund 6.000 Personen und 3.500 Beförderungsmittel überprüft hat. Örtliche Kontrollschwerpunkte – auch nachts und am Wochenende – der 15 Zöllnerinnen und Zöllner sind die Autobahnen 3, 6 und 9 als wichtige internationale Verkehrsverbindungen. Darüber hinaus finden auch regelmäßig Kontrollen des internationalen Paketversands statt. Insgesamt konnten unter anderem knapp 1,2 Millionen geschmuggelte Zigaretten und über 480 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak aus dem Verkehr gezogen werden. In fast 15.000 kontrollierten Paketen aus EU-Mitgliedstaaten fanden die Zöllner außerdem neben unversteuertem Kaffee und zahlreichen gefälschten Markenwaren, 40 Kilogramm Marihuana und über 119.000 Einheiten Anabolika. In rund 200 Fällen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Am Flughafen in Nürnberg sind die Zöllner jeden Tag des Jahres rund um die Uhr im Einsatz. Bei ihren Kontrollen des Reisegepäcks stellten sie unter anderem über 330.000 Stück Zigaretten, 18 Kilo Wasserpfeifentabak, aber auch Drogen und Waffen sicher.

Im gesamten Bezirk des Hauptzollamts Nürnberg wurden bei der Einfuhr über 82.000 gefälschte Markenartikel im Wert von über 2,8 Millionen Euro sichergestellt. Kleidung, Accessoires und Spielzeug waren besonders häufig dabei. Aber auch Duftbäume, Epilatoren und Tierhaarbürsten waren unter den Fälschungen. Bestellungen im Internet sind einfach und der Lieferant meist nur ein paar Klicks entfernt. Der Zoll beschlagnahmt jedoch auch auf dem Postweg gelieferte Markenfälschungen und dem Empfänger drohen neben dem Verlust von Geld und Ware auch noch hohe Schadensersatzforderungen des Originalherstellers.

31 artengeschützte Exemplare konnten im Fracht- und Postverkehr sowie aus Koffern und Taschen von Reisenden beschlagnahmt werden. Darunter befanden sich neben einer Bärenkralle wie jedes Jahr vor allem Korallen.

Ausbildung beim Zoll

Mit dem Slogan „Dein Talent im Einsatz“ wirbt der Zoll seit mehreren Jahren um Bewerberinnen und Bewerber. Der Zoll ist mit rund 40.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber des Bundes und bietet sichere Arbeitsplätze an über 700 Standorten in ganz Deutschland. Das Hauptzollamt Nürnberg wurde mit der gesamten Zollverwaltung 2019 zum zweiten Mal erfolgreich zum audit berufundfamilie zertifiziert und verschafft seinen Bediensteten weitreichende Möglichkeiten zur Teilzeit- und Telearbeit. Zur Unterstützung bei den für die Allgemeinheit und die Wirtschaft wichtigen Aufgaben sucht die Zollverwaltung engagierte Nachwuchskräfte für die Laufbahnen im mittleren und gehobenen Zolldienst. Bewerbungen für das Einstellungsjahr 2021 können ab sofort beim Hauptzollamt Nürnberg abgegeben werden. Bei erfolgreicher Bewerbung kann ab dem 1. August 2021 eine zweijährige Ausbildung bzw. ein dreijähriges duales Studium begonnen werden.

Mehr Informationen zur Zollverwaltung gibt es unter www.zoll.de und www.zoll-karriere.de.

Zusatzinfo: Die Jahresbilanz der Zollverwaltung wurde am 15. Mai veröffentlicht und ist unter www.zoll.de abrufbar.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Nürnberg
Pressesprecherin
Martina Stumpf
Telefon: 0911-9463-1118
E-Mail: presse.hza-nuernberg@zoll.bund.de