Karlsruhe – Gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Karlsruhe und der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe

Stromunfall auf Güterzug – Jugendlicher mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus

Montagabend (13. Juni) kam es am Bahnhof Karlsruhe-West zu einem Stromunfall. Hierbei zog sich ein 16-Jähriger lebensgefährliche Verbrennungen zu.

Gegen 20:10 Uhr kletterte der Jugendliche auf einen Kesselwagen, der sich seit einigen Tagen am betroffenen Bahnhof befand. Durch die Handlung kam es zu einem Lichtbogen (Stromüberschlag) zwischen der Oberleitung und dem 16-Jährigen.

Der junge Mann fing Feuer, verlor das Bewusstsein und blieb auf dem Waggon liegen.

Ein Zeuge, der auf die Situation aufmerksam wurde, begann unvermittelt den Jugendlichen vom Boden aus zu löschen.

Aufgrund der Reststromspannung durfte der 16-Jährige nicht angefasst oder berührt werden.

Da der Jugendliche von alleine wieder zu Bewusstsein kam und im Begriff war selbstständig aufzustehen, wurde er von Kräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes noch vor der Erdung der Oberleitung aus dem Gefahrenbereich geborgen.

Der Jugendliche erlitt schwerste, lebensgefährliche Verbrennungen. Er wurde in ein Krankenhaus verbracht. Ein Rettungshubschrauber war ebenfalls im Einsatz.

Die anwesenden Freunde des Verletzten wurden von Notfallseelsorgern betreut.

Der Bahnverkehr war aufgrund der Bergung und Stromabschaltung im Bereich des Bahnhofs Karlsruhe-West teilweise für mehrere Stunden eingestellt.

Warum der Jugendliche auf den Waggon kletterte, ist derzeit noch unklar und bedarf weiterer polizeilicher Ermittlungen.

Bundes- und Landespolizei warnen immer wieder vor solch gefährlichen Handlungen. Oberleitungen umfassen Stromstärken von 15.000 Volt. Ein Stromüberschlag endet hierbei meistens mit schwersten Verletzungen oder sogar tödlich. Hierfür muss die Oberleitung nicht einmal berührt werden – die Gefahren, die von Bahn-Oberleitungen ausgehen, sind also nicht sichtbar. Wird ein Abstand von mindestens 1,50 Metern hierzu unterschritten, bedeutet dies, mit seinem Leben zu spielen.

Nähere Informationen zum richtigen Verhalten auf Bahnanlagen finden Sie unter www.bundespolizei.de.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Karlsruhe
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