DEL: Autobahnpolizei Ahlhorn: Großkontrolle auf der Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Harpstedt

In der vergangenen Nacht wurde unter der Leitung der Autobahnpolizei Ahlhorn eine Großkontrolle durchgeführt. Der Fokus dieser Kontrolle lag auf der Bekämpfung der unterschiedlichsten Kriminalitätsformen. Darüber hinaus wurde aber auch die Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführenden und die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge überprüft. Die Einsatzleitung befand sich dabei auf dem Parkplatz Delmetal, der sich auf der Autobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener befindet. Hier fand am Donnerstag, 09. Juni 2022, 20:00 Uhr, die Begrüßung der Teilnehmenden statt. Insgesamt waren 44 Kontrollkräfte im Einsatz, die sich aus Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch zusammensetzten. Unterstützung erhielten diese von weiteren Kontrollteams aus den Polizeiinspektionen Oldenburg-Stadt/Ammerland, Cloppenburg/Vechta, Cuxhaven, Verden/Osterholz, Wilhelmshaven/Friesland und Rotenburg. Das Hauptzollamt Bremen/Bremerhaven entsandte weitere Kräfte.

Für Folgemaßnahmen waren Beamt*innen des Polizeikommissariats Wildeshausen in die Kontrolle eingebunden, die beispielsweise erkennungsdienstliche Maßnahmen durchführten.

Neben den Kontrolleinheiten waren Beamte der Zentralen Polizeidirektion beteiligt, die sich unter anderem um die Ausleuchtung des Parkplatzes kümmerten. Diensthundführer*innen der Polizeidirektion Oldenburg unterstützten ebenfalls bei den Kontrollen. In einem speziellen Röntgenmobil konnten Gepäck und Fracht unkompliziert nach verdächtigen Gegenständen durchleuchtet werden. In bereitgestellten Containern wurden auf dem Parkplatz mobile Wachen errichtet, in denen eine Sachbearbeitung unmittelbar vor Ort erfolgen konnte. Hier richtete sich auch ein Arzt einen Arbeitsplatz ein, an dem er in einigen Verdachtsfällen Blutproben von Fahrzeugführenden entnehmen konnte.

Begrüßt wurden zudem Mitarbeitende von externen Fachbehörden wie der Staatsanwaltschaft Oldenburg und des Ausländeramtes des Landkreises Oldenburg. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Mitarbeitenden der Autobahn GmbH – hier der Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen – wäre die Durchführung der Kontrolle nicht möglich gewesen.

Nach der Begrüßung verteilten sich die Kontrollteams auf die nahen Autobahnen und deckten dabei den gesamten Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizei Ahlhorn ab. Dieser umfasst neben einem Teilbereich der Autobahn 1 auch Abschnitte der Autobahnen 28 und 29 und der Bundestraße 75.

Insgesamt wurden im Zeitraum bis Freitag, 10. Juni 2022, 03:00 Uhr, 164 Fahrzeuge und 291 Personen kontrolliert. Es mussten 15 Strafverfahren eingeleitet werden. Darüber hinaus bestand bei fünf Fahrzeugführenden der Verdacht, dass sie unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Straßenverkehr teilgenommen haben. Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung wurden ebenfalls geahndet.

Noch auf dem Weg zur Begrüßung stoppten Beamte einen 52-Jährigen Mann mit einem Pkw, der auf der Autobahn 1 in Richtung Hamburg unterwegs war. Die Kontrolle führten sie auf dem Parkplatz Delmetal durch. Da der Pkw nicht ordnungsgemäß zugelassen und versteuert war, leiteten sie ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz ein.

Um 21:00 Uhr geriet ein 23-jähriger Däne in eine Kontrolle, die auf einem Parkplatz vor der Anschlussstelle Groß Ippener durchgeführt wurde. Er war mit einem gerade erworbenen Audi in Richtung Hamburg unterwegs, hatte an seinem Pkw aber ungültige Kennzeichen angebracht. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Kennzeichenmissbrauchs eingeleitet.

Um 21:15 Uhr wurde der Kleintransporter eines 25-jährigen Wildeshausers an der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord gestoppt. Der Mann schien unter dem Einfluss berauschender Mittel zu stehen, lehnte die Durchführung eines Schnelltests auf Basis von Urin aber ab. Ihm musste eine Blutprobe entnommen werden.

Ein 42-jähriger Niederländer zeigte ebenfalls Anzeichen einer möglichen Beeinflussung. Er war mit einem Audi auf der Autobahn 1 in Richtung Hamburg unterwegs und führte den angebotenen Schnelltest auf dem Parkplatz Delmetal durch. Dieser zeigte eine mögliche Beeinflussung durch THC an. Auch hier war die Entnahme einer Blutprobe erforderlich.

Auf der Autobahn 28 im Bereich der Gemeinde Hatten stoppten Beamte um 22:35 Uhr den Pkw eines 39-Jährigen aus dem Emsland. Sein Drogentest zeigte eine mögliche Beeinflussung durch Amphetamin und Metamphetamin an. Im Pkw fanden die Beamten noch geringe Mengen einer Substanz, bei der es sich auch um Amphetamin gehandelt haben dürfte.

Auf dem Gelände der Tank- und Rastanlage Wildeshausen wurde um 23:15 Uhr ein mit zwei Männern besetzter Mercedes angehalten. Der 24-jährige Fahrer aus Bremen war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Beim 53-jährigen Beifahrer, ebenfalls aus Bremen, handelte es sich um den Fahrzeughalter, der diesen Verstoß zugelassen hatte. Gegen beiden wurden Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Um kurz nach Mitternacht stoppte ein Kontrollteam einen Kleintransporter mit Anhänger auf dem Parkplatz Delmetal. Die zulässige Zuladung des Kleintransporters betrug lediglich 700 Kilogramm. Transportiert wurden aber unter anderem zwei Maschinen, die alleine schon 550 Kilogramm wogen. Zusätzlich befanden sich acht Insassen und große Mengen Gepäck im Fahrzeug. Aufgrund der Überladung musste die Weiterfahrt untersagt werden.

Um 00:35 Uhr gingen dann mehrere Notrufe bei der Polizei ein, wonach sich eine Person auf dem Überholfahrstreifen der dreispurigen Autobahn 1 im Bereich der Anschlussstelle Cloppenburg befunden haben soll. Kurze Zeit später meldete sich ein Lkw-Fahrer vom Parkplatz Cappeln-Hagelage, der dort seine vorgeschriebene Fahrpause machte und von einer Person berichtete, die auf seinem Lkw ‚turnen‘ würde. Vor Ort wurde ein 41-jähriger Mann aus Rumänien angetroffen, der beim Erblicken der Polizei flüchtete. Anschließend leistete er erheblichen Widerstand und musste zunächst – insbesondere zum Schutz vor sich selbst – fixiert werden. Aufgrund seines verwirrten Zustandes war eine medizinische Untersuchung erforderlich. Letztlich wurde der unverletzte Mann zur Beobachtung in einem Krankenhaus aufgenommen.

An der Anschlussstelle Groß Ippener fanden Beamte um 02:24 Uhr bei einem 32-jährigen Fahrer eines BMW Munition und ein verbotenes Messer in der Mittelkonsole. Gegen den Mann aus Osterholz wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Besonders hervorzuheben ist eine der ersten Kontrollen der Nacht. Direkt neben der Einsatzleitung wurde um kurz nach 21:00 Uhr ein Familienfahrzeug besetzt mit drei Männern aus Polen gestoppt. Nachdem beim 36-jährigen Fahrer ein verbotenes Einhandmesser gefunden wurde, folgte eine Durchsuchung der weiteren Insassen und des Fahrzeugs. Mitgeführte Taschen wurden im Röntgenmobil durchleuchtet. Dabei kamen ein Revolver, weitere Messer, Schlagwerkzeuge, Reizstoffsprühgeräte, Sturmhauben und Gegenstände zum Fesseln von Personen zum Vorschein. Unter dem Fahrersitz war eine Schreckschusswaffe versteckt. Alle Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Der 36-jährige Fahrer stand unter dem Einfluss von Kokain, die beiden 34- und 44-jährigen Mitfahrer unter dem Einfluss von Amphetamin. Gegen alle wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Dem Fahrer musste eine Blutprobe entnommen werden. Während erste Ermittlungen nach möglichen Tatorten eingeleitet wurden, mussten die drei Männer erkennungsdienstlich behandelt werden.

Bis zum Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten weder ein Tatort noch mögliche Opfer ausfindig gemacht werden. Die drei Männer, von denen keiner fahrtüchtig war, wurden von einem Bekannten aus Hamburg abgeholt.

Die Verantwortlichen der Autobahnpolizei Ahlhorn zeigten sich mit dem Verlauf der Kontrolle sehr zufrieden und stellten eine Wiederholung in Aussicht. Bereits vor Ausbruch der Pandemie fanden Kontrollen dieser Art regelmäßig statt.

Rückfragen bitte an:

Albert Seegers
Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch
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